Eine zukunftsweisende Investition dank Quelloffene/Community-Programme

Hier ein Abo, da ein Abo und schon verliert ein Unternehmen monatlich Geld. Dabei werden Pakete geschnürt, die der einzelne Anwender gar nicht benötigt. Vor genau eineinhalb Jahren versuchten wir unsere Kosten, die Software-Lizenzen erzeugten, zu senken. Nach einer Eingewöhnungsphase konnten wir durchaus eine positive Bilanz ziehen. Doch für einige Programme gibt es leider keinen alternativen Ersatz, der mit unserem Workflow mithalten konnte.

Am Anfang, vor der Entscheidung auf proprietäre Programme zu verzichten, stand die Frage im Raum: Welche Programme benötigen wir und welche Programme können wir ersetzen.

Dabei stand in der ersten Phase im Vordergrund, dass wir Dokumente bearbeiten und auch von externen Kunden/Lieferanten, öffnen können. Dafür haben wir auf unseren Rechnern, alle proprietären Programme deinstalliert und durch Quelloffene/Community Programme ersetzt. Wir konnten innerhalb kürzester Zeit, alle Office Programm durch LibreOffice ersetzen. Die Mailprogramme sowie die Kalender wurden durch das Self-Hosted, cloudbasiertes System «Nextcloud» ersetzt. Bereits am Anfang bemerkten wir eine positive Leistungsoptimierung der Computer.

In der zweiten Phase ging es um den Workflow inhouse: Wie kommunizieren wir intern, extern und wie können wir die Workflows beschleunigen, vor allem für externe Mitarbeiter. Die Self-Hosted Cloud war ein Glückstreffer. Durch die eingebaute Verschlüsslung konnten wir im Bereich Sicherheit aufstocken. Dank der DAV-Anbindung, sind wir nun in der Lage, jedem Mitarbeiter oder Kunden, extern sowie auch intern blitzschnell Dokumente zur Verfügung zu stellen. Die Kombination mit dem Filesharing, ermöglicht es, Vorlagen für alle zu erstellen, Kontakte zu verwalten und eigne Plug-ins zu kreieren, die unsere Redaktion ermöglicht, die Sendungen für die Ausstrahlung ohne grossen Aufwand für alle Plattformen bereitzustellen und für unsere Kunden, ein GZD mit Kommentarfunktion zu kreieren.

Die dritte Phase war die Herausforderung, neue Betriebssysteme anzuwenden. Mit dieser Phase haben wir uns grösstenteils von Windows abgeschottet und auch hier Lizenzen für teure Antiviren-Programme gespart. Dabei viel uns auf, dass die meisten Anwender, kein Problem hatten, mit dem Betriebssystem Ubuntu zu arbeiten. Im Gegenteil, viele waren von der Performance überzeugt. Doch nicht alle: Als Medienunternehmen, sind für uns einige Standard-Tools, enorm wichtig. Darunter fällt die komplette Adobe Creative Cloud. Nach einigen Tests im Emulator, mussten wir hier mit schweren Herzens, im Bereich Schnitt und Grafik, diese Übung abbrechen. Es gibt bestimmt einige gute Programme für Linux, jedoch konnte kein Programm hier das Wasser reichen.

Status quo: Alle administrativen Rechner, Telefonanlagen und cloudbasierte Systeme, wurden komplett durch lizenzfreie Betriebssysteme und Anwendungen ersetzt. Industriestandard für den Bereich Schnitt und Grafik, blieb jedoch beim alt bewehrten System.

Fazit: Es lohnt sich auf Quelloffene/Community Programme zu setzen. Viele Programme werden bereits unterstützt. Aber der Vorteil liegt eindeutig, bei der Skalierung von Workflows. Einbussen im administrativen Teil, mussten wir nicht hinnehmen, im Gegenteil – unsere Cutter und Grafiker, können es kaum erwarten, dass die Adobe Programme, hoffentlich auch für Unix-Systeme verfügbar gemacht werden.